Samstag, 5. November 2011

4 Tipps, um Datenkraken die Tentakel zu stutzen

Nichts im Internet ist wirklich kostenlos: Wir zahlen mindestens mit unseren Daten. Das hinterlässt ein ungutes Gefühl und wird auf Dauer ein Problem für Datenschutz und Privatsphäre. Hier stelle ich meine wichtigsten Tricks zusammen, wie man den Datenkraken das Leben so schwer wie möglich machen kann.

Die wohl konsequenteste Lösung ist, im Browser das Setzen von Cookies und das Ausführen von Skripten und Flash sowie das Anzeigen von Bildern zu deaktivieren. Aber das ist unpraktisch und macht das Surfen beinahe schon unmöglich.

Für den Firefox-Browser gibt es zum Glück eine Reihe bewährter Addons, mit denen man die Kontrolle über Daten und Darstellung beinahe vollständig wieder zurück gewinnt. Ich kann hier nur über Lösungen für Firefox schreiben, denn er ist m. E. von Hause aus einer der sichersten Browser und darum meine Wahl.

Wer es eilig hat besucht die vier nachfolgenden Seiten, installiert die Addons und folgt den Anweisungen. Wer das Warum und Wozu besser verstehen will, findet unterhalb weitere Informationen.


1. Schritt: Weg mit den Cookies
Cookies kann man sich als kleine Notizzettel vorstellen, die eine Webseite im Browser hinterlassen kann. Das kann ein praktischer Service sein, wenn man z. B. auf einer Seite seinen Standort eingibt, um den Wetterbericht abzufragen. Beim nächsten Besuch dieser Seite ist der Standort dann schon bekannt, die Abfrage wird bequemer. Beim Online-Einkauf kann im Cookie der Inhalt des Warenkorbes gespeichert werden, bis die Bestellung endgültig abgeschlossen (oder verworfen) wird. Aber so ein Cookie kann theoretisch unbegrenzt gespeichert und ausgelesen werden. Und man weiß nie, was alles gespeichert wird.
Mit dem "Cookie Monster" lassen sich die Cookies komplett unterbinden bzw. auf ein absolutes Minimum beschränken und kontrollieren.

2. Schritt: Vorsicht vor Supercookies
Von den oben erwähnten Cookies hat praktisch jeder schon mal gehört. Bis vor gar nicht langer Zeit gab es eine regelrechte Cookie-Phobie. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet werden leider die sogenannten Supercookies vom Typ DOM Storage. Sie stellen eine Weiterentwicklung der Cookies dar, sind wesentlich mächtiger und speichern erheblich mehr Daten. Sie ermöglichen die Langzeitverfolgung von Seitenbesuchern (Tracking). Hintergrundinfos zur DOM Storage gibt es bei Wikipedia.
Eine noch dramatischere Gefahr stellen die LSO Flash Objekte (LSO = Local Shared Objects) dar. Das sind die "Cookies" der sehr häufig auf Webseiten verwendeten Technik namens "Flash". Flash ermöglicht Animationen, präsentiert Filme. Die Filme auf Youtube sind eine sehr typische Anwendung. Flash lässt sich allerdings auch unsichtbar und scheinbar funktionslos in Webseiten einbauen. Gedacht sind diese LSO Flash Objekte, um Einstellungen des verwendeten Flash-Players zu speichern. Etwa Lautstärke, Sprachwahl usw. Es werden allerdings auch Zugriffsrechte über diese Flash-Cookies gesteuert, z. B. auf evtl. angeschlossene Mikrofone oder Kameras. Sie dienen außerdem der Langzeitbeobachtung von Nutzern. Auf dem Rechner können sich hunderte dieser Flash-Cookies ansammeln und sie werden nie gelöscht!
Das Addon Better-Privacy macht Schluss mit den DOM Storage Cookies und den Flash Cookies (LSO Flash Objekte). Mehr Informationen und weiterführende Links zu den Flash Cookies gibt es auf der Seite des Entwicklers (unten auf der Seite auch in deutscher Sprache).

3. Schritt: Finger weg von meinem Browser
Wenn sich auf einer Webseite Navigations-Menüs öffnen oder Bilder per Klick vergrößern lassen, dann ist in der Regel JavaScript oder Java im Spiel. Beide Scriptsprachen sorgen für Dynamik und Effekte auf den Webseiten. Allerdings lassen sich damit auch der Browser und der Besucher einer Seite manipulieren. Mit diesen Scriptsprachen ist sogar das Auslesen von Informationen von der Festplatte möglich. Die nervigen Popup-Fenster gehören dabei noch zu den harmloseren Attacken. Zwar lassen sich diese so genannten Scripte in modernen Browsern generell unterbinden – allerdings funktionieren dann viele Seiten schlicht nicht.
Die Erweiterung "NoScript" ermöglicht nun sehr bequem, Scripte zunächst generell zu verbieten, bei bekannten und seriösen Webseiten jedoch Ausnahmen zu gestatten.Was sich mit "NoScript" außerdem steuern lässt, schildert die Seite der Entwickler.

4. Surfen ohne lästige Werbung
Die Werbung, mit der viele Seiten ihre Besucher verärgern, wird dynamisch von externen Servern in die Seiten eingespielt. Diese Technik macht sich AdBlock Plus zunutze, indem es bekannte Werbe-Server einfach blockiert. Auf der Seite der Entwickler gibt es ergänzende Informationen dazu. Es empfiehlt sich, die Liste der Werbeserver zu abonnieren, weil hier natürlich ein Katz-und-Maus-Spiel entbrannt ist: Die Werbetreibenden merken irgendwann, dass ihre Server blockiert werden und weichen deshalb auf neue Server aus. Die Serverliste wird von Enthusiasten ständig gepflegt und nachgerüstet. Ohne die Liste wäre die reinigende Wirkung von AdBlock Plus schnell verpufft.

Alle hier vorgestellten Addons sind kostenfrei und ohne Registrierung nutzbar. Allerdings bitten die Entwickler um Unterstützung durch eine Spende. Diesen Wunsch sollten wir gern erfüllen.

Fazit
Durch die Kombination dieser Addons in Firefox wird die Verfolgung des eigenen Surf-Verhaltens drastisch reduziert, Datenkraken wie Google, Facebook und Co. haben nur noch geringe Möglichkeiten an unsere Daten zu kommen. Ganz vermeiden lässt sich das allerdings nie.